schellenruehrer in mittenwald







Uralte Rituale: Fasching mit den Schellenrührern in Mittenwald,

Geheimnisvolle Wesen aus einer düsteren alten Welt holen nach dem 6. Januar bis zum Faschingsdienstag 2012 ihre handgeschnitzten Holzmasken hervor. Dahinter verborgen, in alten Kostümen ziehen sie durch die Gassen Mittenwalds. So werden die Geister und Dämonen der dunklen Jahreszeit vertrieben und die Natur aus dem Winterschlaf aufgeweckt. Der Höhepunkt beginnt am 20. Februar 2012, dem “Unsinnigen Donnerstag”. Pünktlich um zwölf Uhr mittags wecken die Schellenrührer in der Mittenwalder Fußgängerzone den Frühling und vertreiben den Winter. Mit kurzen Lederhosen, schwere Glocken umgeschnallt, grünen Hüten und Holzmasken bewegen sie sich in einer langen Reihe im gemeinsamen Rhythmus. Andere Karnevalsumzüge wirken farbenfroh und fröhlich. Dieses archaische Treiben hat nichts mit den Umzügen des Rheinlands gemein. Auf beeindruckende Weise ist die Kraft zu spüren, die von den Holzmasken und dem dynamischen Rhythmen ausgeht. Es ist ein Fenster in vergangene Jahrhunderte, denn das Treiben der Schellenrührer gibt es seit 500 Jahren und unverändert, wie es auch wieder am 20. Februar 2012 zu erleben ist.

Text: Karin Lochner, Fotos: Peter von Felbert