winterschule




Eine Idee, die ein Tal verändert – die Winterschule im Ultental

Das Ultental ist ein beschaulicher Flecken Erde – das ursprünglichste der Südtiroler Täler. Vom Tourismus weitestgehend unentdeckt leben die Bauern hier bescheiden von der Landwirtschaft.
Vor 18 Jahren kam Waltraud (Traudi) Schwienbacher, 67, auf die Idee, die Bäuerinnen und Bauern könnten die weniger arbeitsreichen Wintermonaten für einen Nebenerwerb nutzen. Sie begeisterte Ultentaler Handwerker und Naturheilkundige für die Idee, gegen kleines Geld Schnitz-, Flecht- und Kräuterkurse zu geben. So entstand die Winterschule.
Wer einmal bei Traudi Schwienbacher in die Schule ging, spinnt seine kreativen Ideen weiter, wie beispielsweise Klara Schwienbacher, 43, (nicht verwandt und nicht verschwägert mit der Winterschulgründerin), die dort Stricken lernte und heute ihre Wolle selbst färbt. Der Korbflechter Erhard arbeitet heute zusammen mit dem italienischen Star-Designer Matteo Thun.Oder die Almbäuerin Anna, die das Käsen und Kräuterkunde lernte und eine Almwirtschaft gründete. Ihr Mann entwarf und baute die Möbel dafür allesamt selbst. Oder Priska, die nach einem Filzlehrgang den elterlichen Betrieb in ein Kreativ-Hotel verwandelte.

Anfangs wurden in der Ultener Winterschule 25 Schüler unterrichtet, inzwischen sind es 590 – und noch viel mehr Bewerber. Das Kursangebot umfasst: Flechten, Möbelbau, Floristik aus Wildblumen, Ausbildung zur Fachkraft der Permakultur, Weben, Stricken, Naturfärben Filzen, Drehseln, Käsen u.v.m.

Autorin: Claudia Reshöft