weinviertel


Weinviertel - eine köstliche Landschaft


Das Weinviertel ist Österreichs nordöstlichste Urlaubsregion, die sich von der Metropole Wien bis zur tschechischen Grenze erstreckt.
Die malerische Region ist im tourismuserprobten Österreich noch ein Geheimtipp. Durch die jahrzehntelange Abgeschiedenheit am Rande des Eisernen Vorhangs tickt das Weinviertel anders. Alles geht langsamer. Die Landwirtschaft prägt Land und Leute. Denn ein Viertel aller Erwerbstätigen sind dort beschäftigt.
Typisch sind die Kellergassen des Weinviertels, dem größten Weingarten Österreichs. In dieser fruchtbaren Region wird auf mehr als 16000 Hektar Fläche ein Drittel der österreichischen Weine gekeltert. Die malerischen Kellergassen haben eine lange Tradition und sind allgegenwärtig. Die konstant 12 Grad kühlen, dunklen Gebäude erwiesen sich als ideale Lagerstätten für Wein, Obst und Gemüse. Über 1100 Kellergassen mit Presshäusern gibt es im Weinviertel. Ihre Bedeutung als Lagerorte von Feldfrüchten und Produktionsstätten von Wein war enorm. In den Gebäuden wohnt niemand. Trotzdem gibt es Lebendigkeit und Lachen in allen Gassen. Anlässe, um zusammenzukommen gibt es genug. Schließlich kann man immer den letzten Jahrgang verkosten.
Wer das Weinviertel besucht, kommt um den Grünen Veltliner nicht herum. Es gibt wenige Weine, die so sehr zur Visitenkarte ihres Anbaugebietes geworden sind. Der Wein mit dem „Pfefferl“ ist Österreichs größte und erfolgreichste Herkunftsmarke in der Weinwelt.
Nicht nur die Weinkarte lockt ins Weinviertel. Die vielen Sonnenstunden machen auch die Früchte süß und das Gemüse besonders geschmackvoll. In den Wäldern der Talsenken und an den Hügelspitzen finden Wildschweine, Rehe und Wildhasen ideale Lebensbedingungen. Viele alte Kartoffelsorten, „Erdäpfel“, kerniges Getreide für kräftiges Schwarzbrot, zartes Schwein, frisches Wild, aromatische Zwiebel sind das ganze Jahr über verfügbar. Wenn nicht frisch vom Acker, dann aus dem Lager in der Kellergasse. Vielleicht liegt es an der geographischen Lage als Bindeglied zwischen Ost und West? Auf der Speisekarte finden sich böhmische Elemente genauso wie wienerische, ungarische oder mediterrane. Das Besondere dieser Küche und ihrer Köche ist ihre Bodenständigkeit, die man anderswo als Slow Food bezeichnen würde.
Kulinarisches Highlight im Sommer ist das „Tafeln“ im Freien. Ein lauer Abend, eine weiß gedeckte Tafel im Freien, Menschen, die essen, trinken, lachen und zuschauen, wie die Nacht hereinbricht und die Sterne aufblinken, während die besten Köche der Region nach althergebrachten Rezepten aufkochen. Mit dem Besten, was die fruchtbare Erde des Landes hervorbringt und begleitet von den erlesenen Weinen des Weinviertels.
2013 wird 26 mal zum „Tafeln im Weinviertel“ geladen, immer an besonderen Schauplätzen. Jedes Mal an einem anderen Ort. Einmal speist man auf einem prähistorischen Kultplatz, ein anderes Mal nimmt man im Schatten der Retzer Windmühle Platz, man tafelt auf einem Dorfplatz, in Kellergassen oder im Barockschloss. Immer mit musikalischer Untermalung – der Bogen der Tafelmusik spannt sich von Jazz über authentische Volksmusik bis Brass.
Karin Lochner